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Journal

Melancholie auf der Insel

Schauplatz ist irgendeine Insel im Süden. Eine Insel, die einst vom Tourismus lebte, von den Touristen, die in der Saison mit den Fähren kamen. Die Insel florierte, und mit einem Mal blieben die Fähren aus. Das Leben auf der Insel kam regelrecht zum Stillstand.

In kurzen Kapiteln beschreibt die Autorin die Tätigkeiten der wenigen Bewohnerinnen und Bewohner, die noch geblieben sind. Es sind dies der Hausmeister, der das Hotel «Sommerpalast» in Ordnung hält, die Bäckerin, die Doktorin, die Frau des Generals, der General, der Barmann, die Krankenschwester und die Fischerin.

Jeder Tag läuft gleich ab, bis ein Mädchen auftaucht. Es ist Ada. Sie wird im Buch als einzige mit Namen genannt. Ada bringt das Leben der Menschen auf der Insel aus dem Gleichgewicht. Als sie plötzlich wieder verschwindet, fangen die Bewohnerinnen und Bewohner an, sich auszutauschen. Auf einmal schenken sie sich gegenseitig Beachtung und setzen sich mit ihrer Vergangenheit auseinander. Sie fragen sich, ob die Rückkehr der Fähren überhaupt gewünscht wird.

Die Autorin hat mit ihrer eigenen Erzähltechnik und ihrer knappen Sprache grosse Literatur im kleinen Format geschaffen. Vieles bleibt unausgesprochen. Vieles steht zwischen den Zeilen. Es ist ein sehr besonderes, melancholisches Buch entstanden.

 

Thea Mengeler. Nach den Fähren. Wallstein 2024.

 

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